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Die Wahrheit über die Krise

Wieder einmal ein Wort des Jahres, oder ist es das Unwort des Jahres 2008 (folgende?) – die Krise.

Ja, wir stecken in der Krise! In der globalen Finanzkrise, in der US-Immobilienkrise (die möglicherweise auf Deutschland ausgreift), in der automobilen Absatzkrise, der Arbeitsmarktkrise. Und was ist eigentlich mit der Krise meines Aktiendepots oder meiner Beziehungs-, meiner Midlife-Krise? Wir stecken in der Krise, die Krise hat uns fest im Griff.

  • Ich bin ein unglücklicher, kranker, glückloser Mensch!
  • Ich bin depressiv, traurig, melancholisch!
  • Ich bin nicht selbstbewusst, ich bin unordentlich und ein schlechter Koch!
  • Ich bin unsportlich, erfolglos, bin nicht liebenswürdig oder liebenswert!

Ich möchte in diesem Zusammenhang einmal ganz naiv fragen: Darf die Krise das überhaupt? Wer hat ihr das eigentlich erlaubt? Und woher weißt du, dass sie das kann?

Wenn wir auf den griechischen Ursprung des Begriffs  Krise (von krínein = trennen und krísis = Entscheidung, entscheidende Wendung) zurückgehen, wird klar, dass die Krise keinen Zustand beschreibt. der uns quasi gefangen hält. Sie ist vielmehr der  Höhe- und damit Wendepunkt einer Herausforderung bzw. Entwicklung, wenn sich eine Person Hindernissen auf dem Weg zur Erreichung wichtiger Lebensziele oder bei der Alltagsbewältigung gegenübersieht und diese nicht mit den üblichen Problemlösungsmethoden bewältigen kann. Dass es sich hierbei um einen Wendepunkt gehandelt hat, wird jedoch oft erst klar, nachdem die Krise abgewendet oder beendet wurde.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass das chinesische Wort für Krise einerseits zwar eine Gefahr meint, andererseits jedoch Gelegenheit, Chance.Wenn eine Krise also  bisherige Erfahrungen, Normen, Ziele und Werte in Frage stellt, dann wird sie zu dem Zeitpunkt, an dem das Lernen neuer Strategien am wahrscheinlichsten wird. Sie ist der allerbeste Zeitpunkt, etwas völlig neues auszuprobieren!

Einzige Voraussetzung bei der Nutzung der Krise als Lebenschance ist ein Schritt, eine Bewegung. Wer sich unbeweglich fühlt, bewegungsunfähig, gefesselt oder sogar gelähmt, wer das Gefühl hat, etwas oder jemand habe ihn im Griff, bleibt in diesem nicht so guten Gefühl stecken. Wie lässt sich das Gefühl, das ja jeder kennt, anders verstehen. Wie lässt es sich als Botschaft unseres inneren Ichs verstehen?

Ich fühle mich (bis) gerade jetzt nicht so gut – physisch oder psychisch. An welcher Stelle tritt dieses nicht so positive Gefühl besonders prägnant auf? Was in meinem Leben verstärkt das Gefühl, in welchen Situationen fühle ich mich besser. Was sagt mir das über meine derzeitigen Lebensumstände? In welche neue Richtung will ich mein Leben lenken, so dass ich mich weg bewege von den Umständen, die mir bis jetzt ein nicht so gutes Gefühl gegeben haben. Welches ist die Richtung in der die guten Gefühle liegen? Was ist der erste kleine Schritt, der mich in die Richtung bewegt, in der die guten Gefühle auf mich warten?

Was hast du gerade getan? Genau, du hast einen vermeintlichen Zustand in einen Prozess verwandelt, einen Prozess, den du steuern kannst, der veränderbar ist. Du bist wieder am Steuerruder, du bestimmst, wohin das Schiff fährt. Sollte dein Radar oder dein Sonar dir später wieder melden: Dieser Kurs fühlt sich nicht so gut an, wie er es sollte, dann wirst du ihn wieder aktiv korrigieren. Jetzt bist du flexibel und frei in deinen Entscheidungen und Handlungen.

Und wenn du zurück blickst, zurück auf deine Krise, dann darfst du dankbar sein. Dankbar für die Möglichkeit, dich wieder neu auszurichten, Neues zu lernen, etwas zu tun, von dem du nie gedacht hast, dass du es je tun würdest. Wann hast du genau das das letzte mal erlebt?

Viel Spaß beim Erreichen deiner Ziele!

Ludwig

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